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Die Begriffe aus den vier Kapiteln – zum Nachschlagen, thematisch zusammengestellt.

AmpulleAuftreibung am Ende jedes Bogengangs. Hier sitzt die Cupula mit den Sinneszellen, die die Endolymphströmung in Nervenimpulse übersetzt.
Aufholsakkade (catch-up saccade)Schnelle Augenbewegung, die das Blickziel wieder einfängt, nachdem der VOR das Auge nicht ausreichend gegenläufig geführt hat.
Offene Sakkade (overt)Aufholsakkade, die erst auftritt, wenn der Kopf bereits stillsteht. Mit bloßem Auge erkennbar – das klinische Zeichen seit 1988.
Verdeckte Sakkade (covert)Aufholsakkade, die bereits während der Kopfdrehung abläuft. Mit bloßem Auge nicht zu sehen; nur videookulographisch zuverlässig erfassbar.
Bilaterale VestibulopathieBeidseitige Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans. Die Konsensuskriterien der Bárány Society fordern einen beidseits pathologischen horizontalen VOR-Gain unter 0,6 im vHIT.
BogengangEiner von drei flüssigkeitsgefüllten Kanälen je Innenohr, die Drehbeschleunigungen des Kopfes messen. Die drei Kanäle stehen nahezu senkrecht aufeinander.
Crus communeGemeinsamer Schenkel, über den zwei der drei Bogengänge in den Vorhof münden.
CupulaGallertige Struktur in der Ampulle, die durch die Endolymphströmung ausgelenkt wird und dabei die Sinneshaare abbiegt.
GainVerhältnis von Augengeschwindigkeit zu Kopfgeschwindigkeit. Der Idealwert 1,0 bedeutet: Das Auge bewegt sich exakt so schnell wie der Kopf, nur gegenläufig.
Momentanwert (instantaneous gain)Gain zu einem festen Zeitpunkt nach Impulsbeginn, üblich sind 40 ms, 60 ms und 80 ms. Verglichen werden die beiden Geschwindigkeiten genau in diesem Moment.
RegressionsgainGain aus einer Ausgleichsrechnung. Übliche Variante: die Steigung im Diagramm Augen- gegen Kopfgeschwindigkeit über 0–100 ms. Variante nach Zamaro u. Koll. (2020): das Verhältnis der beiden Zeit-Steigungen ±15 ms um die maximale Kopfbeschleunigung.
FlächengainGain aus den Flächen unter beiden Geschwindigkeitskurven im Fenster 0–100 ms, also aus der gesamten Bewegung. Robust gegen kurze Störungen.
ImpulszählerAnzeige, die sich mit jedem gültigen Kopfimpuls füllt und so die Zahl der bereits erfassten Impulse zeigt. Bei Merlin ist die Zahl der Kreise konfigurierbar.
KanalpareseFunktionsausfall eines Bogengangs. Klinisch erkennbar an reduziertem Gain in Kombination mit Aufholsakkaden.
Kopf-NullpositionIm Pre-Test gesetzte Referenzlage des Kopfes, auf die der Bewegungssensor der Brille alle weiteren Kopfbewegungen bezieht.
Kopfimpulstest (KIT)Klinische Untersuchung am Krankenbett, 1988 von Halmagyi und Curthoys beschrieben. Erfasst nur offene Sakkaden.
KopforientierungsbereichSektor im Impulsrichtungsdiagramm, in dem der Kopfimpuls liegen muss, damit er in der Ebene des geprüften Kanalpaares verläuft. Stimmt die Kopfhaltung, wird er grün.
LARPLeft Anterior – Right Posterior: Prüfebene des linken anterioren und des rechten posterioren Bogengangs. Kopf nach rechts gedreht, Blick geradeaus, Kopf senkrecht auf und ab.
RALPRight Anterior – Left Posterior: Prüfebene des rechten anterioren und des linken posterioren Bogengangs. Kopf nach links gedreht, Blick geradeaus, Kopf senkrecht auf und ab.
OszillopsieScheinbares Verwackeln der Umgebung bei jeder Kopfbewegung. Typische Folge eines ausgefallenen VOR.
Pre-TestPrüfschritt vor der eigentlichen Messung: Brillensitz, Augenbild (ROI, Fokus, Helligkeit) und Kopf-Nullposition. Kein Teil der Workflow-Leiste.
Push-Pull-PrinzipDie beiden Bogengänge eines Paares arbeiten gegenläufig: Was auf der einen Seite erregt wird, wird auf der anderen gehemmt. Da die Hemmung bei einer Entladungsrate von null endet, deckt nur ein schneller Impuls einen Ausfall auf.
Reid-EbeneAnatomische Bezugsebene des Kopfes, an der die Ausrichtung für die Messung orientiert wird.
ROI (Region of Interest)Auswertebereich im Augen-Monitor. Sie muss auf Pupille und Iris liegen, nicht auf Wimpern oder Lidkante.
VestibulariskerneUmschaltstation im Hirnstamm zwischen Gleichgewichtsnerv und Augenmuskelkernen – das mittlere der drei Neurone des Reflexbogens.
VideookulographieVideobasierte Aufzeichnung der Augenbewegung. Grundlage des vHIT und Voraussetzung dafür, verdeckte Sakkaden zu erkennen.
VOR (vestibulo-okulärer Reflex)Reflex, der die Augen bei Kopfbewegung exakt gegenläufig führt und so das Bild auf der Netzhaut stabil hält. Schnellstes blickstabilisierendes System des Menschen.
vHITVideo-Kopfimpulstest. 2009 von MacDougall und Kollegen validiert; erlaubt die getrennte Prüfung aller sechs Bogengänge.

Diese Schulung ersetzt nicht die Gebrauchsanweisung. Es gilt stets die aktuelle Gebrauchsanweisung; sie ist online unter hno.services im Bereich Wissensdatenbank abrufbar.

Die wichtigsten Begriffe aus allen vier Kapiteln – von der Ampulle bis zum vHIT.

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